Übersetzer 2018

Die Arbeit von Übersetzerinnen und Übersetzern ist gerade für ein mehrsprachiges Projekt essentiell. Im Allgemeinen wird ihrer literarischen Leistung, die für die Rezeption eines Werkes in einer anderen Sprache von zentraler Bedeutung ist, viel zu wenig Beachtung geschenkt. Darum versuchen wir, sie im Rahmen unserer Projekte in besonderer Weise zu würdigen.

Beim Euregio-Schüler-Literaturpreis werden daher neben dem Preisträger auch die Übersetzungen in die beiden anderen Sprachen der Euregio mit einem Preis in Höhe von jeweils € 1.000,- bedacht. Diese beiden Übersetzerpreise werden ebenfalls von der Bürgerstiftung vergeben. So gehen bspw. die Übersetzerpreise im Jahr 2017 an Angela Sanmann (für ihre Übersetzung ins Deutsche) und Gertrud Maes (für ihre Übersetzung ins Niederländische) des Romans L´Orangeraie (Der Name meines Bruders) des Preisträgers Larry Tremblay.

Auch bei Die Euregio liest kommt den Übersetzern eine tragende Rolle zu, denn die Lesungen sind immer mehrsprachig angelegt. Neben dem Autor wird immer auch der Übersetzer seines Buches in die jeweilige Landessprache, wo gelesen wird, dazu geladen. Zunächst lesen die Übersetzer eine Passage aus ihrer Übersetzung, erst dann lesen die Autoren in ihrer Muttersprache aus dem Originaltext, was den Zuhören das Eintauchen in die Fremdsprache ungemein erleichtert und den Textkörper in doppelter Weise greifbar werden lässt.
Da der Übersetzer dem Werk durch seine lange Auseinandersetzung damit so nahe gekommen ist, wie kaum ein anderer, ergeben sich durch seine Anwesenheit für die sich den Lesungen anschließenden Diskussionsrunden spannende Fragestellungen im Hinblick auf die Übersetzung und die sprachlichen Besonderheiten in der Ursprungs- bzw. der Zielsprache.

Gerda Baardman

Gerda Baardman

Gerda Baarman reiste nach dem Abitur zwei Jahre lang durch Europa, bevor sie ihr Studium an der Universität von Amsterdam anfing. Seit den achtziger Jahren übersetzt sie Bücher und Gedichte aus dem Englischen und Deutschen ins Niederländische. Unter anderem von folgenden Autoren: Margaret Atwood, Dave Eggers, Michael Chabon, Stefan Aust, Jonathan Franzen, Rainer Maria Rilke, Roman Frister, A.M. Homes, Sally Rooney (auf der Longlist für den Europäischen Literaturpreis). Zurzeit arbeitet sie an der Übersetzung von 'Becks letzter Sommer', ebenfalls von Benedict Wells.

Brigitte Große

Brigitte Große, geb. am 21.2.1957 in Wien; Studium der Philosophie und Musikwissenschaft, Soziologie und Psychologie in Wien und Hamburg.
Übersetzte AutorInnen: Éliette Abécassis, Jean Baudrillard, Frédéric Beigbeder, François Bégaudeau, Sorj Chalandon, Fatou Diome, Gaël Faye, Georges-Arthur Goldschmidt, Jacqueline Harpman, Linda Lê, Amélie Nothomb,Thomas B. Reverdy, Wilfried N'Sondé, Eric-Emmanuel Schmitt, Kim Thúy, Émilie de Turckheim, Cécile Wajsbrot u.a.
Auszeichnungen: Übersetzerpreis der Stadt Hamburg 1990 und 2015, Hieronymusring 1999, Österreichische Übersetzungsprämie 2015

Christiane Kuby

Christiane Kuby

Christiane Kuby, 1952, geboren in Frankfurt, dreisprachig aufgewachsen in Luxemburg (D-Fr-L), seit ihrem 18. Lebensjahr in Amsterdam. Studierte dort Romanistik und Gemanistik, arbeitete für die deutschsprachige Stiftung Castrum Peregrini und für niederländische Literaturzeitschriften. Seit 1997 selbstständige literarische Übersetzerin aus dem Niederländischen, 2013 wurde sie für ihre Übersetzung von Erwin Mortiers Roman Godenslaap (Götterschlaf) mit dem Else-Ottenpreis ausgezeichnet, 2015 für ihr übersetzerisches Gesamtwerk mit dem Martinus Nijhoffpreis. - Mehr erfahren

Grete Osterwald

Grete Osterwald lebt als freie Übersetzerin aus dem Französischen und dem Englischen in Frankfurt am Main. Nach einem abgeschlossenen Studium in Soziologie und Pädagogik, Mitarbeit an universitären Forschungsprojekten und einem mehrjährigen Aufenthalt in Frankreich hat sie sich mit ihren Übersetzungen ganz dem Interesse an Sprache, Geschichte und Literatur verschrieben. Zu den von ihr übersetzten Autoren zählen unter anderen die berühmten französischen Historiker und Geschichtserzähler Georges Duby, Jacques LeGoff, Fernand Braudel und Alain Corbin, für deren Übertragung sie 1987 mit dem Übersetzerpreis der DVA-Stiftung und 2001 mit dem Übersetzerpreis des C.H. Beck Verlags ausgezeichnet wurde. - Mehr erfahren

Arlette Ounanian

Arlette Ounanian

Arlette Ounanian wurde 1943 in Paris geboren. Drei Monate vor dem Abitur verließ sie das Gymnasium, um in Paris Schauspielunterricht zu nehmen. Nach über zehn Jahren am Theater gründete sie eine Familie und zog in die Niederlande. Dort holte sie ihren Schulabschluß nach und studierte Literatur an der Universität in Amsterdam. Noch während des Studiums begann sie erste Übersetzungsaufträge anzunehmen und übersetzte für verschiedene Einrichtungen aus dem kulturellen Bereich sowie für Museen. Sie fertigte auch Übersetzungen für die Untertitelung von Filmen und Fernsehserien an. - Mehr erfahren

Janneke Panders

Janneke Panders

Janneke Panders, geboren in Deventer (Niederlande), studierte Kunstgeschichte und Archäologie und arbeitete als wissenschaftliche Angestellte am Kunsthistorischen Institut in Groningen, bis es sie nach ihrer Promotion aus dem Norden der Niederlande in den Süden Deutschlands und von der Geschichte der Kunst zur Kunst des Übersetzens zog. Sie absolvierte ihre Ausbildung in Deutschland (Germersheim, staatliche Übersetzerprüfung 2003 und Dolmetscherprüfung 2004) und in den Niederlanden (Amsterdam, Fachausbildung für literarisches Übersetzen, bei Wil Hansen, Elly Schippers und Wilfred Oranje, abgeschlossen 2009). - Mehr erfahren

 

Mathilde Sobottke

Mathilde Sobottke, geboren 1978 in Kopenhagen, ist zweisprachig aufgewachsen und über das Theater zum literarischen Übersetzen gekommen. Sie interessiert sich insbesondere für Oralität in der Literatur und für poetische und polyphone Texte, die die Sprache selbst an ihre Grenzen treiben. Sie übersetzt Bücher von Elfriede Jelinek, Marius von Mayenburg, Stefanie de Velasco, Thomas Melle, Jo Ann Endicott und Emanuel Bergmann, sowie verschiedene Texte für Magazine und das Fernsehen. Neben ihrer Tätigkeit als Übersetzerin arbeitet sie regelmäßig als Cutterin, u. a. für den deutsch-französischen Fernsehsender ARTE. Sie betrachtet den Schnitt als eine Fortsetzung und andere Spielart ihrer übersetzerischen Tätigkeiten.